Der Park fließt durch die Gebäude
Neubau des Sparkassen- und Giroverbandes
Mann und Schneberger
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sich Architektur und Natur gegenseitig befruchten können, ist unserem Kunden Mann+Schneberger Architekten BDA aus Mainz mit einem aktuellen Projekt gelungen. In unmittelbarer Nachbarschaft zu einem historisierenden Schlossbau aus dem späten 19. Jahrhundert, inmitten eines denkmalgeschützten Landschaftsparks, entstand die neue Verwaltungszentrale des Sparkassen- und Giroverbandes Rheinland Pfalz.
Dabei bestimmte das Baugrundstück von Beginn an ganz wesentlich den gestalterischen Ansatz und die Konzeption des Gebäudes. Unter der Prämisse, so wenig wie möglich in die bestehenden Parkstrukturen einzugreifen und darüber hinaus nicht in Konkurrenz zum Schlossbau zu treten, wurden in dem experimentierfreudigen und kreativen Büro, das sich durchschnittlich im Jahr an vier großen Wettbewerben beteiligt, verschiedene Möglichkeiten und Gebäudeformansätze ausprobiert, bis man sich für einen Entwurf entschied, der dann auch die Juroren des bereits im Jahre 2000 ausgeschriebenen Wettbewerbs überzeugte.
Mann+Schneberger entwarfen zwei freistehende Pavillonbauten, die zusammen mit einer in den 80er Jahren errichteten Aula ein maßstäblich und typologisch aufeinander abgestimmtes Gebäudeensemble bilden, das sich dem Schloss und der Schlossachse mit seiner breiten Kastanienallee unterordnet. Schloss und Aula werden vom Sparkassen- und Giroverband als Weiterbildungsstätte genutzt. Viel Gespür im Umgang mit der Natur bewiesen die Architekten bei der Anordnung und Konzeption der beiden dreistöckigen Pavillons: Die Topographie des Geländes blieb ebenso wie wertvolle und landschaftsbild-prägende Solitärbäume erhalten. Die Höhenstaffelung der Gebäude trägt dem leicht hügeligen Gelände Rechnung und erweckt den Eindruck, beide Neubauten seien vollkommen in die Parklandschaft eingebettet. » Der Park fließt förmlich zwischen einzelnen Architekturen hindurch. Zwischen den Gebäudevolumen und der offenen Natur wird ein spannungsreiches Spiel erzeugt«, kommentiert Ludwig Mann den Entwurf.
Die rundum verglasten Fassadenfronten und ein zurückspringender Sockel verleihen den beiden beinahe quadratischen Baukörpern mit einer Nutzfläche von immerhin rund 5.000 qm einen zurückhaltenden, nahezu zierlichen Charakter. Darüber hinaus wirkt durch die transparente Außenhaut der umgebende Park tief in das Innere der Büroräume hinein. Die Trennung zwischen innen und außen scheint hier aufgehoben. Eine Qualität, die die rund 200 Mitarbeiter der Sparkassen- und Girozentrale ganz sicherlich zu schätzen wissen, haben sie doch von ihren Arbeitsplätzen stets Ausblick auf die reizvolle und atmosphärische Parklandschaft.
Die Büroräume der einzelnen Abteilungen wurden auf drei Ebenen funktional gegliedert; eine offene Gebäudestruktur garantiert darüber hinaus größte Flexibilität, so dass die Büroanordnung jederzeit veränderten Nutzeransprüchen und Arbeitsabläufen angepasst werden kann. Klarheit der inneren Gebäudestruktur und ein übersichtliches Wegesystem helfen auch Besuchern, sich in den beiden Pavillons zurecht zu finden. Die Gebäude, rund zehn Meter von einander entfernt, werden durch verglaste Gänge über alle drei Stockwerke miteinander verbunden. Im Kontrast zur üppigen Parkvegetation wurden die Innenhöfe der pavillonartigen Bauten formal gestaltet und minimalistisch begrünt.
Durch die Erschließung des Gebäudes mit Hauptzugang und Vorfahrt von Westen wurde der in seinen Zuordnungen etwas unklare Bereich vor der Aula neu geordnet. Eine klare und reduzierte Formensprache im Freiraum hebt bestehende und neue Bezüge zwischen Schloss, Aula und Neubauten hervor. Auch die Minimierung der Erschließungsflächen geschah mit der Absicht, Eingriffe in die Parklandschaft so geringfügig wie nur möglich zu halten. Ganz ohne Verluste beim Baumbestand ließ sich das Bauvorhaben freilich nicht realisieren. Durch entsprechende landespflegerische und waldbauliche Maßnahmen konnte jedoch ein buchenreicher Waldrand wieder aufgebaut werden; Parklandschaft und der angrenzende Wald wurden durch Solitärbaumbepflanzung sowie weitere Pflanz- und Pflegemaßnahmen struktur- und abwechslungsreich miteinander verzahnt.
Nachhaltig, umweltfreundlich, denkmalpflegerisch verträglich und zudem noch ausgesprochen nutzerfreundlich: der Neubau des Sparkassen- und Giroverbandes von Mann+ Schneberger. Dabei gehören Verwaltungsbauten zu den Arbeitsschwerpunkten des Mainzer Architekturbüros, die allerdings bei weitem nicht der einzige Bereich sind, in dem sich die Planer erfolgreich betätigen. Wohnungsbauten, Schulen, Alten- und Pflegeheime sowie Hotels stehen auf der umfangreichen Referenzliste, und das Büro ist – wie eingangs bereits erwähnt – sehr aktiv und erfolgreich in Sachen Wettbewerbe.
In diesem Zusammenhang haben die Architekten die Arbeit mit ARCHICAD besonders schätzen gelernt. »Mit ARCHICAD können wir von Beginn an in 3D planen. Die Weiterbearbeitung der Entwürfe im Photoshop – wie wir es bei Wettbewerbsbeiträgen sehr häufig machen – , funktioniert dabei schnell und reibungslos«, betont Thomas Decker, Mitarbeiter bei Mann+Schneberger. »Hinzu kommt die große Bedienerfreundlichkeit des Programmes, das intuitive Arbeiten mit intelligenten Bauteilen, das uns immer wieder überzeugt«, so Thomas Decker. Mann+Schneberger arbeiten seit 1997 mit ARCHICAD.
Fotos: Foto: lumen, Frankfurt a.M
Mann+Schneberger Architekten BDA
Gleiwitzer-Str. 5a55131 Mainz
www.mann-schneberger.de

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