Vier Hallen und ein Boulevard
Messehallen Köln
»Einen zweiten Kölner Dom werden wir zwar nicht bauen. Mit dem Masterplan 2006 gehen wir ein Projekt an, das weit weniger spektakulär ist, aber dessen Attraktivität sicher viele Menschen nach Köln und in die Region führen wird«, betont Fritz Schramma, Oberbürgermeister der Domstadt, die Bedeutung des Bauprojektes.
Mit der Verwirklichung der Gesamtplanung wurde unser
Kunde W&P Architekten Ingenieure beauftragt.
Das Hannoversche Büro hat große Erfahrung und kann mit
einer eindrucksvollen Referenzliste im Bereich Messebau
aufwarten. Neu- und Umbauten der Messen Hannover,
Düsseldorf, Hamburg, Magdeburg und Nürnberg wurden hier
erfolgreich entwickelt, ebenso wie zahlreiche Verkehrsbauten,
dem zweiten Schwerpunkt des Büros. W&P planten
beispielsweise das Gesamtareal des Flughafens Hannover,
des Moskauer Flughafens, und die Ausbauplanung eines
Terminalgebäudes des Flughafens Algier ist eines ihrer
aktuellen Projekte. Zurück nach Köln:
Beim Masterplan 2006 stand nicht die Kapazitätserweiterung
des viertgrößten Messegeländes der Welt im Vordergrund,
sondern vielmehr Qualitätssteigerung, d.h. größere Aufenthaltsqualität
für die Messebesucher sowie mehr Effizienz
und Flexibilität des Areals für Betreiber und Aussteller sollte
erreicht werden. Bereits im Jahr 2000 hatte die Kölnmesse
mit Blick auf die wachsende Konkurrenz zwischen den Messestandorten
Pläne zur Modernisierung des Geländes entwickelt.
Mit der Entscheidung der RTL-Mediengruppe für die
Übernahme und Umnutzung der historischen Rheinhallen
wurde nun der Bau von vier neuen Messehallen notwendig.
Nicht repräsentative Glas- oder Marmorpaläste, sondern flexible
Nutzbauten auf technologisch höchstem Niveau, Top-
Standards im Gastronomie- und Sanitärbereich waren die
Anforderungen, die an die Architektur gestellt wurden. Auch
darauf, dass neben Konsumgüter- künftig mehr Investitionsgütermessen
durchgeführt werden sollten, galt es bei der
Planung Rechnung zu tragen.
W&P Architekten Ingenieure entwarfen vier baugleiche stützenfreie Hallen mit einer lichten Höhe von circa 15 Metern, einer Länge von 187 bis 240 Metern und einer Breite von 75 bis 90 Metern. Alle vier eingeschossigen Hallen bieten zusammen eine Ausstellungsfläche von circa 80.000 qm, hinzu kommen 75.000 qm Freigelände.
Die großzügige Innenraumgestaltung sowie große Tore und Logistikflächen zwischen den Hallen werden künftig auch die Unterbringung von äußerst sperrigen Exponaten erlauben, was in den historischen Messehallen nur schwer möglich war. Darüber hinaus ermöglicht die stützenfreie Bauweise eine durchgängige Befahrbarkeit der Hallen, was den Stand Auf- und Abbau sowie die Beschickung der Stände erheblich beschleunigen wird. Die Böden wurden auf höchste Druckbelastbarkeit ausgelegt. Eine Vielzahl von tragfähigen Abhängepunkten an der Hallendecke sowie eine stufenlos steuerbare Beleuchtung – vom reinen Tageslicht bis zur kompletten Verdunkelung- geben größten Spielraum bei der Gestaltung und Inszenierung der Messestände. Wichtiger Bestandteil der Planung ist selbstverständlich auch die Ausstattung mit zeitgemäßer Haus- und Medientechnik: Alle Messehallen bieten flächendeckende Versorgung mit Strom, Gas, Wasser, Druckluft, Telekommunikation und Medientechnik. In allen vier Hallen sind darüber hinaus Bistros vorgesehen.
Ein lichtdurchfluteter Messeboulevard, das gestalterische Highlight der Planung, wird die neuen Hallen und den neuen ebenfalls verglasten Nordeingang miteinander verbinden. Dieser soll später bis zum Südeingang mit Anschluss an den Bahnhof Köln-Deutz weitergeführt werden. Zur Ergänzung der Messehallen mit Eingangs- und Verbindungsgebäuden ist ein Konferenzgebäude geplant. Dieses schließt unmittelbar an den Verbindungsbau der Hallen, den Boulevard an. Das 3-geschossige Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 11.000 qm soll zwei Konferenzsäle für je 800 Personen, ein Pressezentrum sowie ein Restaurant und Gästeclub aufnehmen.
Die Grundsteinlegung für das Großprojekt erfolgte am 17.
September 2004; in einer Rekordzeit von nur knapp 15 Monaten
sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Ein Kraftakt
auch für W&P Architekten Ingenieure, der ohne leistungsfähige
und prozessoptimierende Software wohl nicht zu bewältigen
wäre. Schon seit 1992 – sie gehörten gewissermaßen
zu den Pionieren – arbeitet W&P mit ARCHICAD.
Mittlerweile verfügt das Büro über 32 ARCHICAD-Lizenzen. Bei
dem Projekt Kölnmesse kommt dem Büro eine der Neuerungen
von ARCHICAD 8.1 zu Gute: Die Mitarbeiter machen
regen Gebrauch vom neuen Plotmaker, indem sie die in
ARCHICAD erzeugten Ausschnittssets einladen, layouten und
dann sowohl als Plot- und auch als DWG/DXF-Dateien ausschreiben.
Dabei ist die Fähigkeit des Plotmakers zur xref-basierten
Dateien von großem Nutzen, denn damit können
z.B. Blattfahnen und Grundrisse in getrennten Dateien
weitergegeben und insbesondere die Grundrisse jederzeit
wieder zusammenreferenziert werden. Trotz extrem vieler
Blattausschnitte pro Hallengrundriss (natürlich in
Abhängigkeit vom Maßstab) kann auf diesem Wege eine
Masterdatei mit dem kompletten Hallengrundriss an die
Fachingenieure weitergegeben werden.
W + P Architekten Ingenieure
Uhlemeyerstr. 9-1130175 Hannover
www.wp-architects.com

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